Jedes Mal, wenn ich aus einem Urlaub im europäischen Ausland mit dem Auto zurückfahre, ergibt sich für mich die gleiche Situation. Dank Tempolimits fährt man außerhalb Deutschlands ganz entspannt. Irgendwann übertritt man wieder die Grenze nach Deutschland. Damit fängt der pure Terror auf der Autobahn an. Links und Rechts wird überholt, Lichthupe, Beschimpfungen, weil andere vermeintlich zu langsame wieder einscheren und die Tempo-250-Fahrt unterbrochen werden muss. Schlagartig ist man unter Stress, der erholsame Urlaub wird noch vor dem ersten Arbeitstag wieder zunichtegemacht.

Die Grünen haben im Oktober einen Versuch unternommen, ein generelles Tempolimit von 130 in Deutschland per Abstimmung zu etablieren. Die Abstimmungsergebnisse waren vorhersehbar. Ebenso klar war und ist, wer sich dagegen ausspricht.

In Deutschland herrscht die Meinung, dass ein Tempolimit ein Einschnitt in die Freiheit und Selbstbestimmung der Bürger sei. Inwiefern eine Nötigung und gefährliche Überholmanöver ein Einschnitt in meine Freiheit ist, lasse ich mal dahingestellt.

Was machen andere Länder? Die schauen auf das, was wirklich wichtig ist! So zum Beispiel die Niederlande: Um die Emissionen zu verringert, planen sie ab 2020 tagsüber ein Tempolimit von 100 km/h. Nachts bleiben die jetzt schon geltenden 130 km/h bestehen. Ich will mir gar nicht ausmalen, was hier los wäre, wenn es einen solchen Entschluss von Politikern mit Rückgrat in Deutschland gäbe.