Es brennt!

Der Urwald im Amazonasgebiet brennt schon länger. Interessiert hat es bisher nur sehr wenige Menschen. Ist ja klar, man ist damit beschäftigt, sich über eine 16-Jährige aufzuregen, die nicht ganz klimaneutral über den Atlantik segelt.

Wem die Tatsache des Waldbrands im Amazonasgebiet nicht egal ist, kann sich auf der Seite FIRMS (Fire Information for Resource Management System) der NASA über aktuellen Brände informieren. Nicht nur dort, auch wo anders auf dieser Erde. Das System erfasst satellitengestützt Großbrände auf dem Planeten und stellt diese auf einer Karte dar. Bei den aktuellen Bränden in Südamerika ist das derzeit leider sehr eindrucksvoll, wie man im Beitragstitelbild sehen kann.

Nein, wir haben kein Problem, bitte gehen sie weiter.

Wir waren ahnungslos

Es musste irgendwann Ende 1985 gewesen sein. Mein drei Jahre älterer Bruder und ich spielen Tischtennis im obersten Stockwerk des elterlichen Hauses. Wir reden über das bevorstehende Weihnachtsfest. Endlich bekommt mein Bruder ein Floppylaufwerk für seinen C64. Dann sind sie vorbei, die unendlichen Ladezeiten und Spulorgien mit der Datasette. Auf den Kassetten hatten wir viele Spiele. Sehr viele Spiele. Auf eine C60 Kassette passte so einiges, ganz zu schweigen von den C90ern. Vor allem wenn man Turbo Tape benutzte. Die Kassetten waren randvoll mit Spielen, nur wenige haben wir tatsächlich gespielt. Vielmehr wurden Stunden damit verbracht Spiele zu laden, anzuspielen um dann wieder ein Neues zu laden. Eines der wenigen Spiele aus dieser Zeit, an das ich mich erinnere, ist Fort Apocalypse. Alles Weitere ist im Rauschen der schieren Menge an Spielen untergegangen. Die richtig Guten gab es gefühlt auf Diskette, davon waren wir überzeugt. Mir kam es nie in den Sinn, dass Spiele für den Computer Geld kosten könnten. Sie waren einfach da. Irgendwer hatte immer von irgendwo her neue Spiele. Jetzt standen wir an der Tischtennisplatte und philosophierten über die bevorstehende Floppy-Drive.

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Gute Reise, Greta!

Greta Thunberg ist 16 Jahre alt. Sie hat sich die Welt, wie sie derzeit existiert, angeschaut und festgestellt: Wir machen unseren Planeten kaputt. Der Klimawandel wird uns Menschen früher oder später zu Problemen führen. Deshalb initiierte sie den Schulstreik Fridays for Future. Die mediale Aufmerksamkeit führte dazu, dass sie als Galionsfigur der Bewegung gilt. Damit einher geht leider auch, dass sie als Projektionsfläche des Hasses dient. Eine 16-jährige, die sich nur um den Fortbestand der Erde sorgt, auf der wir leben.

Das geht derzeit so weit, dass manche Individuen ihr bei der Atlantiküberquerung mittels Segelboot den Tod wünschen. Einer 16-jährigen, die sich um die nachfolgenden Generationen sorgt, die auf dieser Erde leben müssen. Einer 16 jährigen, die hinterfragt, ob das alles so gut ist, wie wir es derzeit leben – Diesel, Flugreisen, Kreuzfahrten, fossile Brennstoffe etc.

Das entspricht nicht dem Weltbild der alten, weißen Männern in den Vorständen der Unternehmen. Es entspricht nicht den Vorstellungen des mündigen Bürgers. Das passt nicht in die Politik, die sich um die Wirtschaft sorgt. Eine 16-jährige, die einfach nur auf klimapolitische Missstände aufmerksam gemacht hat.

Und deshalb wünscht man sich, sie überlebe die Überfahrt von England nach Amerika mittels Segelboot nicht.

Ich jedenfalls wünsche ihr eine gute und unvergessliche Reise. Möge sie gesund ankommen und weiterhin auf den bevorstehenden Klimawandel aufmerksam machen. Ihr, der 16-jährigen, die es geschafft hat auf den Klimawandel aufmerksam zu machen – weltweit! Danke Greta.

Überregulierung und Empörung

Die Mobilität in Städten wandelt sich und Deutschland reguliert sich zugrunde. So kann man die Debatte um die E-Scooter auf Deutschlands Straßen zusammenfassen. Eigentlich ist es wie immer: Etwas Neues kommt und die Menschheit flippt aus und fürchtet sich vor dem, was dieser Wandel mit sich bringt. Wie sagte Henry Ford so schön:

Wenn ich die Menschen gefragt hätte, was sie wollen, hätten sie gesagt schnellere Pferde.“

Henry Ford
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