Leben

Und, wie war die Woche? #21

Bild eines Apfels

Nach einigen Jahren habe ich mir mal wieder privat ein MacBook gegönnt. Da meine privaten Tätigkeiten meist aus Schreiben, ein wenig Programmieren und Web-Surfen bestehen, reicht mir ein MacBook Air. Reicht mir, ist relativ. Das Ding ist großartig, was ich nach einer Woche behaupten kann. Der M1 ist unglaublich schnell. Und Lüfter? Wer benötigt schon Lüfter! Ich bin ein Opfer des Apple-Ökosystems und liebe es.

Wer benötigt Pixelgrafik?

The Gourd Ascii-Logo

Nachdem ich 1992 den Einstieg in die “Scene” geschafft hatte, etablierte ich meine Mailbox über die folgenden Jahre. Mein Board lief auf einem Amiga und verwendete Amiexpress (/X) als Software. /X war der de facto Standard für diese Art von Bulletin Board Systems (BBS). Entgegen herkömmlicher BBS, wurde weniger auf ANSI-Grafiken als Stilmittel gesetzt. Es dominierte ASCII – purer Text. Wie kreativ reiner Text sein kann, wusste ich bis dahin nicht. Es entwickelte sich ein eigener Kosmos, ähnlich dem der Graffiti-Sprayer in der „echten“ Welt. Wahrscheinlich waren einige Künstler in beiden Welten zu hause. Es entstand eine Art Bewegung rund um ASCII-Art.

Vor 30 Jahren …

Screenshot eine Amiga Demos

Seitdem ich meinen Amiga hatte, war ich von einem Programm vollkommen fasziniert. Und das war kein Spiel! Das Programm heißt The Ultimate Soundtracker. Der erste Tracker für den Amiga. Tracker sind grob umrissen Step-Sequencer, mit denen ohne echte Notenkenntnisse Musik komponiert werden kann. Das wiederum kam mir sehr entgegen. Trotz meiner Ambitionen ein Bassist zu werden, tat ich mich mit Noten doch sehr schwer. Ging auch so. Soundtracker und später Protracker waren großartig.

Noch heute arbeite ich am liebsten mit Trackern. Mittlerweile steht mit Renoise ein modernes Produkt auf allen modernen Systemen zur Verfügung. Davon waren wir 1992 weit entfernt und dennoch so modern. Vier Spuren, Benutzung von Samples etc. Ein Traum.

Amiga was my first love

Amiga 500

Wie viele Menschen in meiner Generation wurde ich über den Commodore 64 in Sachen Computer sozialisiert. Wirklich geprägt hat mich der Amiga. Mit ihm assoziiere ich eine innige Verbundenheit. Klingt pathetisch, ist aber so. Kein anderer Computer hat mir so viel Freude bereitet. Vom reinen Spielecomputer, hin zur ersten Programmiererfahrung, Mailboxbetrieb und schlussendlich das Internet. All das habe ich mit und auf meinen Amigas kennengelernt.

Und, wie war die Woche? #19

Franzbrötchen

Wieder mal eine Woche, die retrospektiv unfassbar ereignislos war. Langweilig war mir aber nicht. Ich frage mich dennoch, was ich geschafft habe, was ich erlebt habe, das berichtenswert ist. Bis auf “Business as usual” gab es tatsächlich nichts. Doch halt! Diese Woche geht bis Sonntagabend. Samstag habe ich kurzfristig entschieden etwas anderes, als Brot zu backen. Etwas, vor dem ich schon seit Jahren Respekt habe: Franzbrötchen!

Und, wie war die Woche? #18

Vwerträge werden unterzeichnet

Die Region, in der ich wohne, ist nicht für kalte Winter und Schneemengen bekannt. Umso mehr hat es mich gefreut, dass es gestern mal geschneit hat und wenigstens etwas Schnee liegen geblieben ist. Schnell die Chance nutzen, ab in die warmen Klamotten und hoch auf den Berg Hügel. Schnell eine Schneekatze bauen und mit dem Schlitten runter. Wo ich wohne, ist Spontanität gefragt: Nach einem Tag ist der Schnee wieder weg. Spontanität… Ist das immer gut?

Und, wie war die Woche? #16

Jogger im Park

Weihnachtswoche! Auch der Grund, warum ich diesmal einen Tag später schreibe. Arbeitgeberfreundlich fällt Heiligabend auf einen Freitag. Somit sind beide Feiertage am Wochenende. Wer nicht im Einzelhandel oder anderen Berufen mit Wochenendarbeit beschäftigt ist, ärgert sich. Mich stört das nicht. Was mich viel mehr stört, ist dieses „Endlich haben wir das Jahr geschafft“ Getue. Jahr abhaken, durchatmen. Denn am 01.01.2022 wird alles anders, oder? Zeit für neue Vorsätze.

Und wie war die Woche? #13

Teamwork beim Pitch

Wie ereignislos kann eine Woche sein? Die vergangene Woche hat dafür einen neuen Meilenstein gelegt. Es war nichts los. Welch eine Ruhe. Es gab nichts (außer Corona, wie immer) worüber man sich aufregen kann, nichts herausstechendes, positives oder verrücktes. Auch mal schön, wenn es nicht allzu oft vorkommt.

Ich habe beschlossen, diese Woche auch genau so zu sehen. Es war ruhig, man konnte auch mal ganz lange liegengebliebenes abarbeiten. Kein Terminstress, keine Abgaben – doch halt! Da war doch was?

Als Teil eines Pitch-Teams für einen potenziellen neuen Kunden, durfte ich Mitte der Woche meinen Teil dazu beitragen und über eine mögliche Systemarchitektur referieren. Und das ohne Stress im Vorfeld. Verrückt, wenn man bedenkt, dass noch vor einiger Zeit ein Pitch bedeutete:

Bis einige Minuten vor dem Termin, nach einer durchgemachten Nacht, letzte Änderungen in die Präsentation zimmern, während die Bahn mal wieder Verspätung hat und man um die pünktliche Ankunft bei dem Kunden bangt.

Diesmal war alles anders. Wie bei echten Strebern, war die Präsentation bereits Tage vorher fertig, ein Dry-Run durchgeführt und Feedback längst eingearbeitet. Dank Corona konnte alles Remote vorgetragen werden. Potenzieller Kunde und wir waren sehr zufrieden mit dem Ablauf. Hätte man das vor 3 Jahren jemandem erzählt, man wäre für verrückt erklärt worden.

Vielleicht war genau wegen des reibungslosen Ablaufs die Woche so wunderbar unaufgeregt. Wäre es nicht schön, wenn es immer so sein könnte? Es liegt ganz allein an uns. Themen priorisieren. Sich Zeit nehmen und fokussieren, statt mit dem Dampfhammer kurz vor knapp alles reinzupressen oder zwei Tage vorher einfach mal alles über den Haufen zuwerfen.

Wie schon vor einigen Wochen geschrieben: Fokus ist wichtig. Multitasking eine Illusion. Realistische Ziele sind wichtig. Und ein gut funktionierendes Team. Dann klappt es, wie es in dieser Woche geschehen ist.

In diesem Sinne, bis nächste Woche!


Photo by Marvin Meyer on Unsplash

Und, wie war die Woche? #12

Hundekrankenschwester Fleur

Vor ziemlich genau einem Jahr wurde mein rechtes Kreuzband nach einer Ruptur ersetzt. Bis dahin bin ich vollkommen verletzungsfrei durch mein bisheriges Sportler-Leben gekommen. Na ja, bis auf ein paar Zerrungen, Muskelkater und so weiter und so fort. Also nichts Gravierendes.

Es geschah an einem relativ kalten Septemberabend, während eines Freundschaftsspiels. Ein Richtungswechsel, dem mein Knie so nicht folgen wollte. Ich hatte das Gefühl, es springt raus und wieder rein. Und das alles ohne Schmerzen. Nachdem ich das Spielfeld verlassen habe, lief ich ein paar Minuten hin und her. Alles gut. Bis zu einem weiteren Richtungswechsel (ohne Belastung) – es springt raus und wieder rein. Also doch duschen gehen. Unter der Dusche immer wieder dieses Gefühl, als ob zwei Knochen übereinander springen und reiben. Letztendlich war es das ja.

Nach dem Spiel eine Wurst, ein Bier und ab nach Hause. Schließlich wollten wir ja noch eine Woche in Urlaub fahren. Das taten wir auch. Knie dick, kaum Schmerzen – was soll schon sein? Zwei bis drei Wochen warten, dann wieder leichtes Training und ZACK! Vorbei. So war es diesmal leider nicht.

Ab zum Arzt

Nach weiteren 4 Wochen suchte ich einen Orthopäden auf. Nach ein paar Untersuchungen hieß es ab zum MRT. Diagnose: Vorderes Kreuzband im rechten Knie ist gerissen, Meniskus ebenfalls und Außenbänder haben auch was abbekommen. Ich sollte mal einen Termin mit dem Chefarzt der Chirurgie ausmachen. Gesagt, getan.

Der Chefarzt schaut auf die Bilder des MRT, drückt und zieht am Knie und bestätigt die Diagnose. Kreuzband durch, ich muss operiert werden. Einen Termin hat er auch parat: zwei Tage später. Kurzentschlossen sage ich zu. Von der Bestätigung der Verletzung bis zur OP in nicht mal 48h. Da sag mal einer ich sei nicht spontan. Habe ja lange genug gezögert, ich Trottel!

Es folgte eine OP, drei Tage im Krankenhaus und der ziemlich wackelige Weg zum ersten Mal auf Krücken. Das spannendste war, kurzfristige eine Physiotherapie zu organisieren. Ich erinnere noch mal: Von endgültiger Diagnose zur OP waren es 48h. Also alle abtelefoniert, die meisten teilten mir mit, in 2-3 Monaten gäbe es freie Termine. Irgendwann ruft mich einer zurück: Ihm dauert das zu lange und er hat da mal umorganisiert, damit das klappt. Wenn ich flexibel sei, passt das. Gut, dass ich sonst nichts vorhatte. Ok, man kennt sich, ist aus dem gleichen Ort und aus dem gleichen Verein. Dennoch, es gibt sie noch, die Menschen, die helfen wollen.

Ein Jahr neues Kreuzband

Jetzt nach einem Jahr, mache ich immer noch jeden Tag Kraftübungen, bewege mich so häufig, wie möglich und fahre Fahrrad. Fußball habe ich bisher noch nicht gespielt. Da macht der Kopf noch nicht mit. Hätte man mich vor zwei Monaten gefragt, wäre meine Antwort gewesen, ich spiele nie wieder. Heute sehe ich das zuversichtlicher. Leichtes Training, bisschen Kicken – das dürfte kein Problem sein. Dass im Knie etwas anders ist, spüre ich täglich. Ich kann es schwer beschreiben. Generell fehlt einfach die Beweglichkeit. Ich bin sehr gespannt, wann das vergeht. Ich habe Zeit.

Oft kommt die Frage, wie schmerzhaft eine Kreuzband OP ist. Klar, nach der OP hatte ich schmerzen, jedoch alles wirklich beherrschbar. Ich hatte im Vorfeld (DANKE GOOGLE!) viel über höllische Schmerzen gelesen. Stimmt nicht. Das schlimmste waren sechs Wochen Thrombose-Spritzen. Jeden gottverdammten Tag.

Das alles hat mich zum Nachdenken gebracht. Wenn heute was zwickt und ich mich verletze, sitze ich es nicht mehr über Monate aus. Ich rate auch jedem, sucht einen Arzt auf. Auch wenn es bei mir wahrscheinlich nicht früher operiert worden wäre, es war dumm so lange damit rumzuhampeln. Die Schwellung im Knie hätte mich stutzig machen sollen. Und schonen gehört einfach nicht zu meinen Stärken. Manchmal lernt man auf dem harten Weg. Hätte ich gerne verzichten können.

In diesem Sinne, bleibt gesund, hört auf den Körper. Bis nächste Woche.


Foto: Hundekrankenschwester Fleur versorgt mein Knie.

Und, wie war die Woche? #11

Fußballfeld

Manche Wochen vergehen schnell, manche weniger. Es gibt Wochen, da erlebt man nicht viel. Diese Woche war langweilig. Bis zum Samstag. Um das zu erklären, reden wir diesmal über Fußball.

Ich habe sehr früh angefangen im Verein Fußball zu spielen. Meine Generation kannte keine Bambinis, F-Jugenden oder Ähnliches. Es ging los in der E-Jugend und ein Spiel fand natürlich auf große Tore und dem vollständigen Platz statt. Einem Hartplatz, wohlgemerkt! Fußball gehört für mich zu der schönsten Teamsportart. Nur mit einer echten Mannschaft gewinnt man. Natürlich gibt es immer Ausnahmetalente, die besondere Akzente setzen. Ich war keins. Schlecht war ich nicht, aber definitiv kein Ausnahmetalent. Angefangen im Tor und später als Feldspieler in der linken Verteidigung gelandet. Gespielt wird mit Libero, Vorstopper und harter Manndeckung. Der „Raum“ ist egal. Ich habe bis zur Mitte der C-Jugend gespielt. Aufgrund eines Trainers, den ich partout nicht leiden konnte, hörte ich einfach auf Fußball zu spielen.

Fußball-müde

Es folgten tolle Jahre mit Skaten und Volleyball. Irgendwann zu B-Jugend-Zeiten zog es mich wieder hin zum Fußball. Ein neuer Trainer und die alte Mannschaft. Der Trainer formte aus uns ein echtes Kollektiv. Während der A-Jugend war es nicht unüblich, dass sonntagmorgens die berüchtigte Appelkorn-Achse trotz unfassbarer Kater eine top Leistung abrief. Gekrönt wurde das alles durch eine Meisterschaft, die uns so keiner zugetraut hat. Dieser Trainer hat alles zusammengehalten. Wir hatten Spaß am Spiel, sind alle gerne zum Training. Nach der A-Jugend habe ich mit dem Fußball endgültig aufgehört. Andere Dinge, wie Musik machen und Partys erschienen wichtiger.

Nennen wir es Comeback

Es muss ca. 2016 gewesen sein, als ich mich entschloss wieder zu kicken. Alt genug für die Alten Herren stand ich auf dem Platz – zusammen mit dem oben beschriebenen Meister-Trainer. Nach vielen Trainings, auf Ausflügen und in „dritten Halbzeiten“ haben wir zusammen Weizenbier getrunken und gelacht.

Während Corona wurde es weniger. Mein vorderes Kreuzband im rechten Knie verabschiedete sich und ich konnte nach den Lockerungen der zweiten Welle nicht wieder spielen. Nach einem Ausflug in diesen Spätsommer sitzen wir wieder alle zusammen in dem Speiselokal unserer Wahl. Der Trainer erwähnt beiläufig zu einem Mannschaftskollegen, dass das für längere Zeit sein letztes Weizenbier mit uns sei. Für mich klang das nach Corona, Lockdowns etc. Man war es ja gewohnt. Wie sehr man sich irren kann.

Am Samstag kam die Nachricht von seinem Tod. Er hat den recht kurzen Kampf gegen eine schwere Krankheit leider verloren. So eine Nachricht lässt alles Weitere der Woche zu einem Nichts verkommen. Ich habe ihn als ständig fitten Menschen in Erinnerung, weit entfernt vom Tod. Mir sagt das einmal mehr: Passt auf euch auf, genießt das Leben, seid nett zueinander und bleibt gesund. Es gibt auch noch andere Themen als Corona.

In diesem traurigen Sinne, bis nächste Woche. Und Albi, wir trinken irgendwann wieder zusammen ein Weizen. Wo auch immer. Gute Reise, Trainer.


Photo by Abigail Keenan on Unsplash