amiga

Wer benötigt Pixelgrafik?

The Gourd Ascii-Logo

Nachdem ich 1992 den Einstieg in die “Scene” geschafft hatte, etablierte ich meine Mailbox über die folgenden Jahre. Mein Board lief auf einem Amiga und verwendete Amiexpress (/X) als Software. /X war der de facto Standard für diese Art von Bulletin Board Systems (BBS). Entgegen herkömmlicher BBS, wurde weniger auf ANSI-Grafiken als Stilmittel gesetzt. Es dominierte ASCII – purer Text. Wie kreativ reiner Text sein kann, wusste ich bis dahin nicht. Es entwickelte sich ein eigener Kosmos, ähnlich dem der Graffiti-Sprayer in der „echten“ Welt. Wahrscheinlich waren einige Künstler in beiden Welten zu hause. Es entstand eine Art Bewegung rund um ASCII-Art.

Vor 30 Jahren …

Screenshot eine Amiga Demos

Seitdem ich meinen Amiga hatte, war ich von einem Programm vollkommen fasziniert. Und das war kein Spiel! Das Programm heißt The Ultimate Soundtracker. Der erste Tracker für den Amiga. Tracker sind grob umrissen Step-Sequencer, mit denen ohne echte Notenkenntnisse Musik komponiert werden kann. Das wiederum kam mir sehr entgegen. Trotz meiner Ambitionen ein Bassist zu werden, tat ich mich mit Noten doch sehr schwer. Ging auch so. Soundtracker und später Protracker waren großartig.

Noch heute arbeite ich am liebsten mit Trackern. Mittlerweile steht mit Renoise ein modernes Produkt auf allen modernen Systemen zur Verfügung. Davon waren wir 1992 weit entfernt und dennoch so modern. Vier Spuren, Benutzung von Samples etc. Ein Traum.

Amiga was my first love

Amiga 500

Wie viele Menschen in meiner Generation wurde ich über den Commodore 64 in Sachen Computer sozialisiert. Wirklich geprägt hat mich der Amiga. Mit ihm assoziiere ich eine innige Verbundenheit. Klingt pathetisch, ist aber so. Kein anderer Computer hat mir so viel Freude bereitet. Vom reinen Spielecomputer, hin zur ersten Programmiererfahrung, Mailboxbetrieb und schlussendlich das Internet. All das habe ich mit und auf meinen Amigas kennengelernt.

A Message to the Crackers

Der Spielemarkt des Amigas hatte von Anfang an extrem unter Raubkopien gelitten. Ein Wettrennen zwischen Entwicklern von Kopierschutz-Mechanismen und Crackern entstand. Welch’ absurden Ausmaße diese angenommen haben, lassen die Hidden Messages erahnen, die in diversen Spielen zu finden waren. Gesammelt auf der Seite Codetapper.com

Diese reichen von freundlichen, mit gut gemeinten Ratschlägen, wie in Wayne Gretzky Hockey

Greetings from MAGICIAN 42…. Please don’t spread this software. Sure, you think it would be cool to be a great spreader, but listen, when you do programs you expect to make money off them, don’t you?? Greetings to ECA (BUD!!!), LIGHT CIRCLE, SODAN (Hej Dav!!!), UNIT-A (haben gewesen!), Heinz Lueem, WHO . I’ve been out of circulation since I moved to USA, so I don’t know who’s still greeting me, but to those who do : GREETINGS!!! START WRITING GREAT SOFTWARE, INSTEAD OF SPREADING OTHERS‘ !!!!! Julian ‚MAGICIAN 42‘ LeFay, Washington DC, USA

Bis zu einem Rant in Xenon gegen die Flut der Cracker

Pirates are the filth of the fucking world. Three people have spent 7 months working on this product & scum bags rip it off in a couple of minutes. Yeah very funny, aint it

In wiefern das die Cracker beeindruckt hat, ist nicht überliefert.

Photo: Blake Patterson