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Und, wie war die Woche? #4

Die Wahl: Ein Wahlschein

Endlich ist es vorbei. Die Wahl ist geschafft. Wer dachte, es ändert sich endlich etwas Gravierendes, ist enttäuscht. Ganz klar, es gibt einen deutlichen Verlierer. Die CDU hat eines ihrer schlechtesten Ergebnisse eingefahren. Ihre Kanzlerkandidatin (Kandidaten sind natürlich mitgemeint) kam nicht sonderlich gut an. Und was macht man als Parteivorsitzende, wenn man ein historisch schlechtes Ergebnis liefert? Genau: Man beharrt auf einen nicht vorhandenen Regierungsauftrag inkl. Anspruch auf das Kanzleramt. Und genau das ist es, was mich an den Politikern heutzutage so ungemein aufregt. Niemand übernimmt Verantwortung für ihr Handeln.

Sei es die Duldung von stramm rechten Tendenzen einiger Parteimitglieder, das Scheitern von millionenschweren Projekten, unrechtmäßige Polizeieinsätze oder Vertuschung von Steuerbetrug. Alles wird weggelächelt und „ausgehalten“. Im Gegenteil, dem ein oder anderen wird gedankt, dass er so viel Geld in ein Bundesland spülte. Das Zeitalter von postfaktischer Politik ist gnadenlos in Deutschland angekommen.

Früher™ waren die Politiker auch keine Engel. Manch Spendenkoffer wurde „vergessen“. Dennoch gab es allem Anschein nach mehr gesellschaftlichen Druck und damit verbunden auch mehr Rücktritte. Im Vergleich mit den Fehltritten heute, eher Lappalien. Der Anstand ist verloren gegangen und der unbedingte Machtwille erhält Einzug. Es wird sich an Ämter geklammert, auch wenn man offensichtlich nicht in der Lage ist dieses adäquat zu führen. Wirkliche Probleme der heutigen Zeit werden ignoriert. Nur ignoriert uns das Klima leider nicht.

Die einzige größere Partei bei dieser Wahl, die dagegen etwas unternehmen möchte, hat zwar ein historisch gutes Ergebnis erzielt. Dennoch bin ich erstaunt, dass es nicht mehr war. Na ja, die Menschen wählen weiterhin das, was sie immer wählen. Vielleicht diesmal einen anderen Dinosaurier, aber bloß nicht diese verrückten Ökos oder gar was ganz Neues?

Und die Erstwähler? Die wählen keine Dinos, sondern einen auf den ersten Blick ziemlich erstaunlichen Mix aus Liberal und Grün. Wie es dazu kam, ist in diesem Twitter Thread gut skizziert.

Aber wie geht es weiter? Ich wünsche mir, dass es eine Zusammenarbeit von Parteien gibt, die auf den ersten Blick nicht zusammen passen. Daraus kann etwas wirklich Neues entstehen. Dazu etwas Flexibilität in den Köpfen der Politiker und wir haben eine Chance, auf etwas Tolles. Oder das Gegenteil. Aber wer es nicht ausprobiert, findet es nicht heraus. So weiter machen, wie bisher, ist keine Lösung. Das ist hoffentlich jedem klar.

Bis nächste Woche!


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Und, wie war die Woche #2

Ich weiß nicht, wie es euch so geht. Aber mich nervt dieser Wahlkampf. Auf einer Skala von nicht ordentlich zitierten Texten bis hin zu Waldräumungen, die rechtswidrig waren und mindestens einem Menschen das Leben gekostet haben, sind wir ungefähr bei „Wir dulden den rechten Dude“.

Mich nerven diese Berufspolitiker. Keine Inhalte, keine Kompromisse und vor allem auch kein Anstand mehr. Angefangen hat es mit nicht ordentlich gekennzeichneten Zitaten, respektive Quellen nicht genannt. Was waren alle schockiert! Wie kann sie nur? Zur Einordnung: Sie hat keine Doktorarbeit plagiiert, sondern in einem Sachbuch Quellen nicht korrekt angegeben. Dagegen wirkt natürlich die Ignoranz gegenüber dem größten Steuerbetrug in Deutschland wie Peanuts. Oder etwa ein Kohlekraftwerk, das nach Meinung von Gerichten nie in Betrieb hätte genommen werden dürfen. Eine illegale Räumung des Hambacher Forst unter einem nicht existenten Vorwand, Notenwürfeln, weil Klausuren verschlampt oder mal schnell das Ministerium des unbeliebten Konkurrenten auf das angestrebte Amt, einer Razzia unterziehen. Weil man es kann und zufälligerweise ein Parteifreund alles in die Wege leiten könnte. Würde keiner machen, ich weiß. Vor allem im Hinblick auf das, was wirklich wichtig ist. Uns brennt der Planet wortwörtlich unter dem Hintern weg, wenn wir so weitermachen. Klar, da denkt man erst mal an die Wirtschaft, den Markt und seine persönliche Karriere.

Mir geht es nicht in den Kopf. Ich weiß, ich mag sehr naiv klingen, aber warum versucht man nicht mal gemeinsam(!) echte Probleme zu lösen? Wir stoßen zu viel CO₂ aus? Lass uns eine Lösung finden, ohne aus Reflex zu blockieren. Ich arbeite seit Jahren mit und in Teams. Bei Workshops gibt es meist eine Regel: Es gibt keine schlechten Ideen. Alles darf gesagt werden. Alles wird konstruktiv betrachtet und im Konsens entschieden. Hui, das wäre doch mal eine Idee. O. K., naiv, aber bestimmt witzig. Also so lange, bis die Ideen einer Alternativen für Deutschland zutage kommen. Das will ich evtl. doch nicht hören. Mein Vorschlag ist nicht ganz ausgereift, gebe ich zu.

Worauf möchte ich hinaus? Dieser Wahlkampf ist ein trauriges Schauspiel. Wir sinken auf ein Niveau des Trump’schen Wahlkampfes, in dem nur Fehler der anderen gesucht und ausgenutzt werden. Keine eigenen Inhalte, keine Kompromissbereitschaft und vor allem sinkt der Anstand immer weiter. Das alles beobachtet die jüngere Generation. Sie haben gemerkt, es geht um deren Zukunft. Nur leider dürfen sie noch nicht wählen. Mir bereitet das Kopfschmerzen. Noch eine ganze Woche müssen wir das ertragen. Und was dann kommt, verheißt nur noch mehr Schmerzen, befürchte ich.

In diesem Sinne, bleibt stark, geht wählen und denkt an die Zukunft der Kinder dieser Welt!

Bis nächste Woche.


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