5G in a nutshell

Der neue Mobilfunkstandard kommt! Aber was macht der eigentlich anders? Glaubt man den Aluhüten dieser Welt, wird er uns vernichten. Aber vorher werden wir immer und überall überwacht und verfolgt. Um zu verstehen, was 5G so besonders macht, habe ich den Fehler begangen, auf Youtube nach guten Videos zu suchen – großer Fehler! Man stößt in Abgründe der Verschwörungstheorien vor. Dennoch wollte ich wissen, was 5G tatsächlich ist und habe auch gute Seiten und Videos gefunden, die das Dokumentieren. Fassen wir alles kurz zusammen.

War 4G noch ein Mobilfunkstandard, redet man bei 5G von einem Kommunikationsstandard. Alleine dieser Umstand zeigt, dass es nicht mehr um das Mobiltelefon an sich, sondern um die Kommunikation zwischen verschiedenen Geräten handelt (hat jemand IoT gesagt?). Die Einsatzgebiete können grob in drei Kategorien unterteilt werden:

  1. Mobilfunk
  2. Kommunikation zwischen Maschinen (M2M)
  3. Das sogenannte Hoch-Zuverlässigkeitsnetz

Bei dem Einsatzgebiet im Mobilfunk kommen die erheblich höheren Datenraten zum Tragen, die den Anspruch der modernen Nutzung (Streaming, Web etc.) erfüllen sollen. Nichts wirklich Spektakuläres.

Punkt zwei und drei jedoch sind detaillierter zu betrachten, da es diese Themenkomplexe einen großen Schritt voranbringen. Schauen wir erstmal, was 5G technisch eigentlich ist.

Der neue Standard arbeitet in Gegensatz zu 4G mit einer kurzen Wellenlänge. Das Frequenzspektrum beginnt oberhalb von 20 GHz und reicht bis an die 96 GHz. Zum Vergleich: 4G liegt unterhalb von 6 GHz.

Damit haben wir bereits einen Unterschied zwischen den beiden Generationen: Kurze Wellenlängen haben eine kürzere Reichweite. Das bedeutet, für 5G benötigen wir viel mehr Sendemasten/-stationen. Ein weiterer Nachteil von hohen Frequenzen: Die Durchdringung von Gegenständen (Wände, Bäume etc.) ist geringer. Heißt also: Steht man hinter einer Mauer, ist der Empfang gleich sehr viel schlechter. Deshalb muss das Netz in Städten sehr engmaschig ausgebaut werden.

5G erlaubt jedoch sehr viel höhere Übertragungsraten als die alte Generation. Wenn ich sehr viel sage, meine ich um den Faktor 100 im Downstream. Upstream ist ein anderes Thema, hier gibt es nicht viel Verbesserung ggü. 4G. Vor allem aber ist die Latenz im 5G Netz äußerst gering. Im Umgangston mit „Nahezu ohne Verzögerung“ bezeichnet.

Eine Funkzelle in 5G kann theoretisch bis zu 1 Mio. Geräte verarbeiten. Bei 4G sind es gerade mal rund 200. Die höhere Kapazität hat seine Ursache u. a. auch in dem engeren Netz mit mehr Sendemasten.

Damit kommen wir zu einem möglichen Einsatzzweck in der M2M-Kommunikation: Geräte können nahezu in Echtzeit miteinander kommunizieren. Gerade im Feld des autonomen Fahrens könnten die Fahrzeuge untereinander sehr schnell Daten über Verkehrslagen etc. austauschen und das mit sehr geringer Latenz. Sofern die Infrastruktur (Funkmasten) über entsprechende Anbindung (Glasfaser) verfügen.

Die extrem schnelle Datenübertragung ermöglich auch in bildgebenden Verfahren (Video zum Beispiel) neue Anwendungszwecke. Gerade im medizinischen Bereich ist einiges denkbar, vom Teledoktor bis zur schnellen Hilfe per Video bei Unfällen.

Es ist derzeit in Planung, dass mit 5G auch anwenderspezifische Netze (zur lokalen Nutzung) ermöglicht werden sollen. Doch gibt es noch Unklarheiten und Widerstand der Netzbetreiber. Warten wir es ab. Generell kann das die Digitalisierung von Unternehmen erheblich beschleunigen. Damit wird ermöglicht, dass lokale Netze den Frequenzraum zwischen 3,7 – 3,8 GHz benutzen können. Diese stehen dann exklusiv lokal zur Verfügung. IoT Anwendungen, aber auch Land- und Forstwirtschaft können davon profitieren.

Natürlich gibt es auch Widerstand. Es ist nicht endgültig gesichert, dass die „Strahlung“ von 5G Netzen gesundheitsschädlich ist. Es gibt bisher keine Beweise oder Studien für und gegen deren Schädlichkeit. Aluhüte und Verschwörungstheoretiker sind sich einig, dass das enge Netz lediglich der Überwachung dient. Marktforschung und Marketing denken bereits offen über personalisierte Werbung im öffentlichen Raum und neue Werbeformate nach. Ich befürchte, dass noch schlechtere Videos und sogar Live-Stream mein mobiles Surferlebnis ruinieren können und hoffe auf noch bessere AdBlocker.

Und wann kommt das jetzt? Gute Frage. Einhellige Meinung ist: Das dauert noch viele Jahre. Alleine der Ausbau des Funknetzes mit Anschluss an ein Glasfasernetz kann sehr lange dauern, wie wir in Deutschland leidvoll erfahren haben. Vor 2025 erwarte ich hier keine größere Abdeckung.

Photo by NASA on Unsplash

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