Und, wie war die Woche? #9

Brot im Gärkorb

Es ist alles verrückt. Corona hält uns weiterhin im Schwitzkasten und in Deutschland haben wir katastrophal schlechtere Zahlen als im letzten Herbst. Und was machen die Politiker? Sie wollen möglichst alles öffnen. Muss man nicht verstehen. Und ich möchte mich auch nicht darüber aufregen. Deshalb reden wir über ein für mich viel schöneres Thema. Dem Brot backen.

Während des zweiten Lockdowns habe ich den Antrieb verloren Brote zu backen. Vorher habe ich zumindest zweimal pro Woche ein Brot gebacken. Dazu hin und wieder Brötchen zum Wochenende. Auch wenn es dramatisch klingt, aber mein damaliger Sauerteig ist ebenfalls ein Corona-Opfer. Meine beiden Anstellgute (Anstellgüte? Anstellegutse? Wie ist eigentlich die Mehrzahl?) sind verschimmelt. Plötzlich waren sie tot. Aufgrund von meiner Vernachlässigung. Ich hatte einfach keine Lust Brote zu backen. Traurig.

(Brot)backen ist mein Yoga

Anfan Oktober 2021 habe ich endlich wieder einen neuen Sauerteig gezüchtet. Im Gegensatz zum letzten , diesmal mit Namen! Das Roggen-Anstellgut hört auf den Namen Roggnarök. Bereits das erste Brot war eine Wohltat. Nach etlichen Monaten mit Industrie-Brot praktisch eine Offenbarung. Aus Roggnarök habe ich ein Anstellgut aus Weizenmehl umgezüchtet. Natürlich auch mit Namen. Sie hört auf den Namen Wheatney!

Auch wenn ich im letzten Jahr fast gar nicht gebacken habe, fanden etliche neue Bücher zu dem Thema Brotbacken in meine Backstube (O. K., ist nur eine Küche). Darunter New World SourdoughAff. Link! von Bryan Ford. Sein Country Bread ist eine Offenbarung. Zum ersten Mal gelingt mir auf Anhieb ein reines Weizensauerteig-Brot. Die Freude am Brotbacken war wieder entfacht.

In dieser Woche ist mir das bewusst geworden. Ich suche aktiv nach neuen Rezepten und Inspirationen. Überwiegend mit Sauerteig, weniger Hefe und mehr Roggen. Mein Mehlvorrat ist wieder erheblich aufgestockt, sehr zum leid meines Paketboten. Die Familie freut es. Mein Sohn liebt es das frische Brot, ohne jeglichen Belag zu essen und freut sich auf jedes Einzelne. Ein Laib hält selten länger als zwei Tage.

Und es ist, wie es vor Corona bereits war: Backen ist mein Yoga! Egal, wie nervig andere sind oder wie aufreibend der Job ist, bei der Arbeit mit Wasser, Mehl und Salz stellt sich Entspannung ein. Ein gutes Brot benötigt Zeit und Geduld. Und die Geduld lernt man wieder, denn gerade bei einem Brot hilft es wenig, Druck auf die Zutaten auszuüben. Wo kann man mit nur drei Zutaten so vielfältige und vor allem leckere Ergebnisse erzielen?

Probiert es aus, auch wenn der Anfang meist holprig ist. Es lohnt sich, schmeckt und man weiß, was drin ist.

In diesem Sinne, bis nächste Woche!


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