Und, wie war die Woche? #6

Linse mit Fokus

Fokus. Immer einen Fokus haben. Das habe ich diese Woche für mich wieder einmal gelernt. Kümmert man sich um alles, macht man vieles, aber nichts richtig. Eigentlich weiß das jeder, aber aus einem unbekannten Grund schleicht es sich nach und nach immer wieder ein. So wie die Kälte durch ein schlecht isoliertes Fenster.

Plötzlich merkt man, dass an ganz vielen Stellen entweder etwas von einem erwartet wird, oder man hat diese Erwartungen an sich selbst. Das resultiert darin, dass bald eine Erwartung nicht erfüllt wird. Bestenfalls merken das alle Parteien früh genug und reden miteinander. Aber was tun, wenn man feststellt, dass zu viele an oder in einem ziehen?

Für Unternehmen gibt es OKRs (Objective and Key Results). Ich spare mir die Erklärung, was das ist und verweise auf diese Webseite. Grob beschrieben arbeiten OKRs nach dem Prinzip:

Wenn die Unternehmensführung messbare Ziele hat, kann sich jeder einzelne, sei es ein Team oder Mitarbeiter, daran mit eigenen messbaren Zielen ausrichten.

Sie werden vierteljährlich erstellt und strukturiert nachgehalten. Jeder weiß, wohin die Reise geht und wie sie sinnstiftend unterstützt werden kann. Mein Arbeitgeber nutzt seit einigen Jahren OKRs. Das funktioniert nach Anlaufschwierigkeiten mittlerweile gut. Jedes Team fokussiert sich. Dennoch passiert es, dass einzelne ihren eigenen Fokus verlieren, oder einfach zu viele Dinge auf einmal machen wollen – oder sollen?

Mir ist in dieser Woche klar geworden, dass es daran liegt, dass die persönlichen OKRs fehlen. Denn diesen Schritt haben wir Unternehmensseitig noch nicht gemacht. Team OKRs sind wichtig und gut, neigen aber zu „Nimm du den Ball, ich hab‘ ihn sicher!“. Liegt scheinbar in der Natur des Menschen. Erkennt man das und möchte mit einem „Verantwortlichen“ pro KR entgegenwirken, verlassen sich plötzlich alle darauf, dass diese(r) das Key Result schon wuppt! Das ist nicht immer Sinne des Erfinders. Sollen OKRs doch die selbstorganisierte Führung unterstützen.

Führt man jetzt persönliche OKRs auf Mitarbeiterebene ein, kann das Bild ein ganz anderes werden. Und genau das habe ich für mich nach einem Gespräch mit einem Kollegen getan. Er hatte das gleiche Problem: Fehlender Fokus, zu viele, die an oder in einem ziehen. Also hingesetzt, eigene OKRs geschrieben. Mit Blick auf die Unternehmens- und Team-Ziele. Siehe da, hier ist er wieder: der Fokus! Ich weiß, was ich in diesem Quartal machen möchte, wo ich mich zielführend einbringe. Die OKRs werden im nächsten Schritt öffentlich im Unternehmen geteilt und jeder kennt meine Ziele und wie ich diese erreichen möchte. Befreiend!

Ob das auch im Privaten klappen kann? Familien OKRs? Ich kenne Familien, die machen regelmäßige Retros, warum also nicht auf OKR auf die Familienebene heben? Einen Versuch ist es bestimmt wert. Falls ich mich hierzu durchringen kann, lest ihr es hier als Erstes.

In diesem Sinne, bis nächste Woche!


Photo by Jonnelle Yankovich on Unsplash


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